Suchmaschinenoptimierung – nicht die Nadel im Heuhaufen sein

Es ist schon mal eine gute Voraussetzung, wenn Sie eine Webseite haben und im Internet auf Ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam machen möchten. Mit der richtigen Suchmaschinenoptimierung erreichen Sie auch, dass die Suchmaschine und Ihre potenziellen Kunden genau Ihre Angebote auf Ihrer Webseite finden.

In der Online-Welt wird oft suggeriert, dass man ein gutes Ranking (Positionierung in den Suchergebnissen) lediglich durch die Umsetzung von 10 Tipps erzielt. Leider ein Irrtum. Die Suchmaschinenoptimierung ist vielmehr ein langfristiger, kontinuierlicher und vielfältiger Prozess, um für die Zielgruppe relevante Suchergebnisse zu liefern. 10 Tipps helfen möglicherweise kurzfristig, auf lange Sicht werden Sie im Internet allerdings keine Kunden akquirieren und Umsätze generieren können.

Suchmaschinenoptimierung: Wenn Sie nicht die Nadel im Heuhaufen sein möchten

Foto: Wenn Sie nicht die Nadel im Heuhaufen sein möchten, © lightwise/clipdealer.de

Bezahlte Suchergebnisse – jeder Klick zählt

Neben der Suchmaschinenoptimierung gibt es für Werbetreibende die Anzeigenschaltung in Suchmaschinen (Paid Listing). Bei den meisten Anzeigenmodellen wie beispielsweise Google Adwords kann ein Webseitenbetreiber Anzeigen in den Suchergebnissen schalten, zahlt jedoch für jeden Klick des Interessenten. Suchergebnisse sind mit Google Adwords zwar direkt sichtbar, aber nicht unbedingt für jeden ratsam. Stützen Sie nicht Ihre ganze Unternehmung in das Suchmaschinen-Ranking mit Bezahlt-Kampagnen. Denn einerseits sind die bezahlten Anzeigen mit erheblichen Investitionen verknüpft, damit Sie überhaupt unter den oberen Positionen aufgeführt werden (abhängig von gebuchten Keywords) und andererseits hilft es Ihrer eigenen Webseite nicht, um sich in den natürlichen Suchergebnissen zu bewähren. Die Nutzung von Google Adwords sollte daher eher kurzfristig ausgerichtet sein, z.B. für einen Ausverkauf Ihrer Weine, Events, Verkostungen oder Ähnliches.

Natürliche Suchergebnisse – die Bewährungsprobe

Die Suchmaschinenoptimierung ist verantwortlich für die natürlichen Suchergebnisse (Organic Listing), bezieht sich also direkt auf Ihre Webseite selbst (innerhalb, Onpage-Optimierung) und der Präsenz im Internet (außerhalb, Offpage-Optimierung). Mit diesen Maßnahmen stärkt man kontinuierlich die Relevanz der Webseite für potenzielle Besucher.

Oberstes Ziel ist das Erreichen der vordersten Positionen für bestimmte Suchbegriffe. Viele Keywords sind stark umkämpft, daher ist es wichtig zu recherchieren und gegebenenfalls Nischenbegriffe zu verwenden. Aus dem generischen (allgemeinen) Suchbegriff „Wein“ lassen sich individuellere finden, die das eigene Leistungsangebot näher beschreiben.

Innerhalb der Suchergebnisse sieht es wie folgt aus:

Beispiel für eine Google Suchergebnisseite für das Keyword Weißwein

Foto: Beispiel für eine Google-Suchergebnisseite für das Keyword „Weißwein“

Maßnahmen zur Onpage-Optimierung sollten bereits direkt beim Aufbau der Webseite, als auch bei der Pflege umgesetzt werden. Neben der Auswahl der richtigen Schlüsselwörter sind gute und relevante Inhalte bereitzustellen, eine positive Nutzererfahrung zu erzeugen und selbstverständlich sind auch die technischen Aspekte in Betracht zu ziehen, z.B. ein sauberer Programmiercode, flexibles Design zur Anpassung an mobile Endgeräte etc.

Bei der Offpage-Optimierung liegt der Fokus z.B. auf Verlinkungen, also Empfehlungen von anderen interessanten Quellen, die auf Ihre Website zeigen.

Das Fundament – die richtigen Keywords

Die hohe Kunst der Suchmaschinenoptimierung beginnt bei der Keyword-Definition.

Erster Schritt der Keyword-Recherche ist die Bestimmung der Zielgruppe. Der Schwerpunkt dabei liegt besonders auf der Sprache der Zielgruppe und deren Spracheigenheiten. Ein Händler verkauft beispielsweise „Vollwaschautomaten“ und hat auch gute Rankings für genau diesen Begriff. Suchen die Interessenten nach „Waschmaschine“, hat der Händler jedoch kaum eine Chance gefunden zu werden.
Keyword-Recherche bedeutet also im Allgemeinen Singular und Plural, Schreibfehler, regionale Sprachunterschiede und Fachbegriffe vs. Laienbegriffe zu beachten.

Die Unternehmensbezeichnung sollte man ebenfalls genau überdenken, denn nicht nur der Markenname ist relevant, sondern auch die Branche, die Unternehmensgattung bzw. der –bereich: Was mache ich eigentlich im Kerngeschäft? Betreibe ich ein Weingut, eine Kellerei? Habe ich eine Vinothek oder eine Weinbar?

Damit geht die Definition des Angebots einher, denn zu den relevanten Keywords zählen auch Überlegungen zum Service. Biete ich Verkostungen oder zum Beispiel auch Übernachtungen an?

Zudem sollte man an die eigenen Besonderheiten denken, die über das reguläre hinaus gehen. Interessenten könnten z.B. auch nach Preislisten, Weinkarten, Öffnungszeiten, Hofabverkauf oder Lieferservice suchen.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist der Einsatz von Recherche Tools. Damit lassen sich zahlreiche Begriffe und auch neue Ideen finden und die Marktrelevanz anhand des Suchvolumens dieser Begriffe abschätzen. Der Vorteil solcher Recherche Tools ist, das man die subjektive Einschätzung von Keywords objektiv überprüfen kann.

Offene Geheimnisse - was sind Rankingfaktoren?

Google verwendet einen geheimen Algorithmus zur Bewertung einer Webseite. Zur Unterstützung, werden manche Faktoren bzw. Kriterien von Google offiziell kommuniziert, damit gute Webseiten für die Nutzer bereitgestellt werden können.

Google RankingfaktorenFoto: Rankingfaktoren für die Suchmaschine

Rankingfaktoren in der Onpage-Optimierung:

Auf die Zielgruppe zugeschnittener und relevanter Inhalt ist wohl die wichtigste Disziplin im Bereich der Onpage-Optimierung. Daher wird im Marketing von Content is King gesprochen. Das bedeutet, dass Sie den Leser fokussieren sollten, denn begeisterte Besucher erzeugen durch Klicks und Wiederkehr positive Signale für die Suchmaschine.

Neben Texten sollten ebenso multimediale Inhalte wie z.B. Bilder und Videos eingebunden werden. Dies lockert Texte auf und erhöht das Interesse der Leser. Ein weiterer Vorteil ist, dass man in der Bildersuche von Google ebenfalls gefunden werden kann.

Die Aktualität einer Webseite ist ein weiterer Ranking-Faktor. Durch das Einstellen von neuen Beiträgen kann Google immer wieder neuen Inhalt in die Suchergebnisse aufnehmen. Aktuelle Seiten werden höher bewertet als Seiten mit einer geringeren Änderungshäufigkeit. Dazu sollten sich 2-3 Sätze ändern, damit dies bemerkt und übernommen wird.

Die klassischen Optimierungsmaßnahmen beziehen sich unter anderem auf das Pflegen des Seitentitels oder der Meta-Description.

Zur vollständigen Indexierung einer Webseite benötigt diese eine gute Seitenstruktur, zahlreiche und sinnvolle interne Verlinkungen sowie eine Sitemap (Inhaltsverzeichnis einer Webseite).

Die Ladegeschwindigkeit einer Seite ist wichtig für die Suchmaschine und Nutzer zugleich. Denn schnell ladende Seiten sind nutzerfreundlich und daher ein positives Signal für das Ranking.

Ein weiteres Kriterium ist die flexible Anpassung einer Webseite an mobile Endgeräte (Responsive Webdesign). Webseitenbetreiber sollten sich in der Pflicht sehen, die mobile Optimierung für ein positives Nutzer-Erlebnis durchzuführen.
Rankingfaktoren in der Offpage-Optimierung

Der Aufbau eines gut differenzierten Linkprofils (Backlinkprofil) fließt in die Bewertungskriterien der Suchmaschine mit ein. Dabei sollten qualitativ hochwertige Links von verschiedenen Webseiten bzw. Quellen auf die eigene Webseite verweisen. Beispielsweise wird in einem Fachartikel über die Prämierung Ihres Weins berichtet und in diesem Zusammenhang auf Ihrer Webseite verlinkt. Durch solche Verlinkungen/Empfehlungen wird die Präsenz im Internet gestärkt und wirkt sich positiv auf Ihre Suchergebnisse aus.

Die Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken sind als Social Signals ein wichtiger und relevanter Indikator für die Suchmaschine. Erhalten Inhalte, die in sozialen Medien veröffentlicht werden, Likes, Shares, Plusses, Retweets oder Kommentare, so sind dies positive Signale aus den Netzwerken an die Suchmaschine.

Maßnahmen im Onpage-Bereich – viel zu tun

Zur Optimierung von Snippets (Vorschautexte der Webseite) zählen u.a. der Seitentitel, sprechende URLs, Meta-Description und die Sitelinks.

Snippets in den SuchergebnissenFoto: Snippets - Vorschautexte der Webseite in den Suchergebnissen

Der Seitentitel ist ein schwer manipulierbares Element und ist daher wichtig für die Suchmaschinenauswertung. Jede Unterseite einer Webseite sollte einen individuellen und aussagekräftigen Seitentitel haben, der das Thema der jeweiligen Seite kurz zusammenfasst. Je weiter vorne das entsprechende Keyword im Seitentitel steht, desto stärker gewichtet es die Suchmaschine. Dabei sollte die maximale Länge von 65 Zeichen nicht überschritten werden.

Im Suchergebnis wird die URL direkt unter dem Seitentitel angezeigt. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass die URL für den Nutzer lesbar ist und er direkt erkennen kann, wohin er weitergeleitet wird, sogenannte sprechende URL. Ein Beispiel für schlechte URLs: …/text/387 oder …/index.php oder …00DMG/~~%267/bild.

Die Meta-Description ist der angezeigte Text in der organischen Suche. Auch hier sollten Sie die Meta-Description für jede Seite individuell eingeben und bei maximal 156 Zeichen ganz genau nochmal erläutern, um was es auf der jeweiligen Seite geht.

Bei Unternehmensanfragen werden sogenannte Sitelinks generiert, d.h. neben der Startseite werden auch Unterseiten im Ergebnis angezeigt. Da Google diese selbst generiert, sind sie nicht beeinflussbar. Die Auswahl kann allerdings durch relevante Seitentitel und Meta-Description sowie zahlreiche interne Verlinkungen unterstützt werden.

Beim Verfassen von Texten sollten Sie darauf achten:

  • Lange Texte in einzelne Abschnitte gliedern, damit die Inhalte überschaubarer und für den Nutzer leichter zu lesen sind
  • Wichtige Dinge sollten Sie kursiv oder in Fettschrift hervorheben. Dadurch erkennt auch die Suchmaschine, dass dies besonders wichtig ist
  • Die Texte sollten zudem ansprechend und authentisch beschrieben werden

Reine Textbeiträge werden nicht gerne gelesen. Verschiedene Arten von Content lockern diesen aber auf, z.B.:

  • Bilder
  • Videos
  • Checklisten sind hilfreich und werden gerne gesucht, z.B. für Umzug, Hochzeitsvorbereitung (zum Download und als Druckversion anbieten)
  • Tipps als Aufzählungen
  • Anleitungen (How To)
  • Erfahrungsberichte
  • Infografiken mit Statistiken

Um Spamgefahr zu vermeiden, sollten Keywords in den Texten einer Website natürlich und sinnvoll gestreut werden. Die optimale Frequentierung eines Keywords ist zwischen 2-5 x pro Seite. Außerdem sollten die Keywords in den Überschriften sowie in den ersten oder letzten 25 Wörtern einer Seite vorkommen.

Zukunftsperspektive Suchmaschinenoptimierung

Durch die immer stärkere Verbreitung von mobilen Endgeräten und stets vorhandener Internetverbindung hat sich das Suchverhalten der Nutzer geändert. Daher werden die Suchmaschinen zukünftig Unternehmen, die ihren lokalen Bezug kommunizieren, besser in den Suchergebnissen darstellen. Nutzer rufen jederzeit jegliche Informationen ab und verlassen sich immer häufiger auf genau diese lokalen Suchergebnisse. Beispielsweise wird nach Freizeit- und Serviceangeboten gesucht, nach Ärzten, Tankstellen, Restaurants und Banken.

  • Vier von fünf Verbrauchern nutzen Suchmaschinen im Internet, um Informationen zu lokalen Geschäften und Produkten zu erhalten (Studie Google 2014)
  • Fast jeder Zweite sucht auf seinem Smartphone, Tablet oder Computer entweder nach der Adresse eines Geschäfts, Öffnungszeiten, der Produktverfügbarkeit oder Wegbeschreibungen zu bestimmten Geschäften (Studie Google 2014)
  • In 82% der Fälle lokaler Suchanfragen erfolgt im Anschluss ein Anruf oder der direkte Besuch im Geschäft vor Ort (TMP/Comscore)

Viele Unternehmen werben meist nur offline (Branchenbücher) und verpassen die Chance, Suchende auf das eigene Angebot aufmerksam zu machen. Daher sollte jetzt in die lokale Suchmaschinenoptimierung investiert werden. Kommunizieren Sie Ihren lokalen Bezug durch die Angabe Ihres Standorts, Kontaktmöglichkeiten, einer Wegbeschreibung, Öffnungszeiten etc. Nutzen Sie dazu beispielsweise einen Eintrag in Google Maps.

Bemühen Sie sich aktiv um gute Bewertungen in sozialen Netzwerken. Bewertungen werden von den Suchmaschinen erkannt und fließen jetzt schon in das Ranking einer Webseite ein. In Zukunft wird dieser Bereich der Verlinkungen und Empfehlungen in Verbindung mit sozialen Medien noch stärker ins Gewicht fallen.

Wie bereits erwähnt, ist die mobile Optimierung einer Webseite ein wesentlicher Rankingfaktor. Google wird in Zukunft auch hier weitere Anforderungen stellen. Verfeinern und entwickeln Sie daher jetzt schon die mobile Optimierung Ihrer Webseite weiter und bringen Sie diese auf den aktuellsten Stand. So sind Sie für die Zukunft gut vorbereitet.

Fazit

Optimieren Sie Ihre Webseite für den User und nicht für die Suchmaschine. Stellen Sie Inhalte bereit, die für ihn informativ, interessant, relevant, nützlich sind und dadurch einen Mehrwert bieten. Eine kontinuierliche Arbeit an der Benutzerfreundlichkeit (Usability) Ihrer Webseite schafft ein positives Nutzererlebnis (User Experience) und Ihre Webseite wird regelmäßig gerne besucht.

Die Ergebnisse einer langfristigen Suchmaschinenoptimierung sollten hohe Klickraten in den Suchergebnissen, niedrige Absprungraten, wiederkehrende Besucher, hohe Verweildauer und viele Seitenaufrufe pro Besuch sein und sind nicht erreichbar durch die einmalige Umsetzung von 10 Tipps

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